Mittwoch, 18. November 2009

Auf den Hund gekommen



Also neulich, da war ich mit meinem Hund Negrita, genannt Grindel, im Wald.
Ein wirklich schöner Wald.
Wenn nur die Autobahn nicht so nah wäre, aber man kann ja bekanntlicherweise nicht alles haben.
Grindel, die ihre Freiheit über alles liebt, und ich, die die Freiheit ebenso liebt und drum Grindels Bedürfnis nach selbiger auch gut verstehen kann - wir beide also genießen die waldige Stimmung sehr.
Und wider besseren Wissens lasse ich sie los.
Von der Leine.
In die Freiheit.
Die wir beide so schätzen.
Nur, dass Grindel halt nicht ganz so gut hört.
Also auf mich meine ich.
Im Allgemeinen schon.
Wenn zum Beispiel unser polnischer Kühlschrank geöffnet wird, hört sie das noch in ihrer tiefsten Tiefschlafphase, und steht in Sekundenschnelle mit herzzerreißendem Blick neben einem.

Naja,aber jetzt ist sie weg und reagiert auf kein Pfeifen und Rufen und Drohen und Anflehen.
Da höre ich aus der Ferne ein mir bekanntes Bellen.
Aber wirklich ganz weit weg.
Um genauer zu sein kommt das Bellen aus der Erde.
Kann das sein?
Grindel steckt in einem Fuchsbau.
Na prima, da weiß ich wenigstens, wo sie ist.
Mit meinem rechten Arm, dem sogenannten Grindelarm(er ist schon ein wenig länger geworden durch solche Aktionen) packe ich sie, ziehe sie raus und will nur noch eines:

Mit diesem Hund sofort eine Hundeschule besuchen!!

Zu hause, im örtlichen Branchenverzeichnis, entdecke ich dann, dass es in unserem Städtchen mehr Hundeschulen als städtische Grundschulen gibt.

Das gibt mir doch sehr zu denken.

Ist nach der Pisastudie jetzt auch der Deutsche Hund dran?
Gibt es einen Rückschluss, ja einen Zusammenhang zwischen deutschen Schülern, deutschen Lehrern und deutschen Hunden?

Was erwartet mich?

Hat mein aus Spanien kommender Hund überhaupt ne Chance?
So als Ausländer mit all seinen Problemen.
Wurzellos.
Hungrig.
Womöglich verfloht.
Wird sie gemobbt werden?

Mutig wähle ich die Nummer einer nahegelegenen Hundeschule, deren Telefonnummer ich aus Datenschutzgründen jetzt leider nicht weitergeben kann.
Schon am Hörer komme ich ins Schwitzen.

Wie verhält sich der Hund beim Spazierengehen?
Geht sie vor mir?
Rechts von mir,
Links von mir?
Oder etwa doch vor mir?
Im besten Fall natürlich hinter mir, nicht wahr, das wissen sie doch??

Was, wann, wieviel, von welchem Biometzger bekommt sie zu fressen?

Was für Befehle befolgt sie?

Wie ist ihr Verhalten beim Heimkommen?
Sie darf natürlich erst nach meiner Aufforderung und lange nach mir in die Wohnung.

Oje,wenn ich jetzt die Wahrheit sage...
Dass Grindel natürlich immer die Erste in der Wohnung ist.
In ihrer Wohnung, in der wir zufällig auch leben.
Sie will schließlich vor mir aufs Bett springen, bevor ich sie abtrocknen kann.
Verständlicherweise.
Abtrocknen hasst sie nämlich.
Sich in so einem kuscheligen Bett trockenzureiben ist viel gemütlicher.
Verstehe ich auch.
Aus ihrer Sicht.

Dankend beende ich das Gespräch.
Kein Wunder, dass wir in dieser Pisastudie so mies abgeschlossen haben!







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