Ich habe ein echtes Faible für Köln.
Nicht nur die wunderbaren Abende mit meiner lieben Freundin sind eine Reise wert, nicht nur das vielfältige kulturelle Angebot treibt mich regelmäßig dort hin.
Auch nicht nur der Karneval und das Kölsch -
Nein, der Hauptbahnhof hat es mir angetan.
Als reisender Mensch schätze ich Bahnhöfe, stets erwecken sie in mir Reiselust, und ich kann mich nicht genug satt sehen an den Menschenmengen.
An diesem bunten Treiben, Kommen und Gehen.
Diese babylonische Sprachverwirrung, die so charmante durch die zugige Halle fegt, läßt mein Herz höher schlagen.
Aber Schuld an meiner Bahnhofsleidenschaft sind die Süssigkeitenautomaten am Bahnsteig.
Die Läden im Bauche des Bahnhofes.
Die Essensstände.
Coffee to go...
Heute morgen versuchte ich mit der S-Bahn zurück nach Hause zu fahren.
Schneeeinbruch in NRW.
In Köln schneite es nicht nur, sondern der Schnee blieb sogar liegen.
Die umsichtige Bahn AG fuhr also besonders vorsichtig.
Das heißt, sämtliche Bahnen hatten Verspätung.
Den direkten Zusammenhang habe ich nicht verstanden.
Was haben ein paar Schneeflocken mit der planmäßigen Einfahrt einer S-Bahn zu tun?
Ein Grund für mich, wieder in die Bahnhofshalle hinunter zu schlendern.
Erstmal nen Kaffee.
Dann ließ ich mich dazu hinreißen, einen Blick in den Buchladen zu werfen.
Naja, das eine oder andere Weihnachtsgeschenk wollte auch noch besorgt werden.
Und ich bin tatsächlich fündig geworden.
Eine ganze Tüte voller Bücher hat mich hinausbegleiten dürfen.
Leider kein Geschenk dabei.
Schnell zu Gleis 11 gehetzt, meine Bahn fuhr just in diesem Moment von hinnen.
Mist.
Ausgerechnet jetzt fuhr sie planmäßig.
Aber ich hatte ja nun Bücher.
Und Starbucks hatte sicher noch ein Plätzchen für mich.
Diesmal probierte ich so ne Weihnachtsmischung.
Mit Sahne.
Und Kakao.
Sehr lecker.
Und sofort habe ich mich in das zu oberst liegende Buch meiner Tüte versenkt.
Die nächste Bahn fuhr dann auch ohne mich Richtung Neuss.
Naja.
Die belegten Brötchen von Kamps sind so schlecht auch nicht.
Der Cappuccino wärmte wunderbar meine eisigen Hände.
Und: Es kütt wie et kütt.
Davon verstehen die was in Kölle.
Kurzer Blick in den Body Shop geworfen.
Handcremes ausprobiert.
An jeder Hand zwei unterschiedliche.
Jeweils innen und außen.
Kurzes Gespräch mit der netten Verkäuferin und kleine Beratung.
Die dann leider doch so lange war, dass auch die nächste Bahn ohne mich fuhr.
Den nächsten Kaffee nahm ich dann stehend und in Nähe meines Bahnsteiges zu mir.
Zu mir nahm ich auch ein paar Probiererchen aus dem Automaten von Gleis 11.
Wow.
Was die alles haben.
Und dieser herrliche Moment, wenn die Gummibärchen, Schokoriegel, Erdnüsse aus dem Fach geschoben werden.
Da kann ich mich nicht genug dran satt sehen.
Als ich dann endlich in meiner Bahn saß war mir schlecht.
Und zwar richtig.
Der aufmerksame Herr gegenüber von mir schien das auch zu bemerken, denn er hielt mir selbstlos seine Flasche Bier entgegen.
Hab dankend abgelehnt.
Ja, es gibt da grob geschätzt vier Arten von Bahnfahrern.
1. Die, die Bier und ähnliches offen und fröhlich trinken.
2. Die, die dann im Anschluss die leeren Bierflaschen einsammeln.
Von Abteil zu Abteil hetzen und die Papierkörbe leeren.
3. Die, die dabei zusehen.
4. Die, die bei allem wegsehen.
Der Herr erzählte mir dann noch, dass er diese Art von Morgenübelkeit gut kenne, und da wirklich nur ein Bierchen Abhilfe schaffen kann.
Bei mir gibts nur eine Form der Abhilfe: Ich muss nächstes Mal wieder mit dem Auto nach Köln fahren.
Samstag, 19. Dezember 2009
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